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Illusion der Einsamkeit

Die unsichtbare Krankheit einer Generation: Illusion der Einsamkeit

Wir saßen noch lange mit Ilai, einem Australier mit langen Dreadlocks und Bart, zusammen. Er ist etwa Ende zwanzig und lebt in seinem Geländewagen. Zusammen mit seinem Hund, fährt er seit 2 Jahren durch Australien. Wenn es ihm irgendwo gefällt, wie hier in Coral Bay, bleibt er, schläft im Zelt an den endlosen weißen Stränden, angelt und isst das, was er fängt. Er hat wenig, gleichzeitig ist er einer der erfülltesten Menschen die wir bisher auf unserer Reise kennengelernt haben. Als wir ihn fragen, ob er sich nicht manchmal einsam fühlt, lacht er leise und deutet auf das Meer, die Felsen, den Strand und die Palmen hin, die uns umgeben. Er sagt nur: “It’s all here. I’m not alone!”.

Ilai und sein Zuhause am Strand

Perspektiven

Je mehr wir über die Verbundenheit mit allem sprechen, desto klarer werden uns die Glaubenssätze, die seit Jahrtausenden eine ganz andere Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte des Selbst, getrennt von allem anderen. Eine Geschichte, die wir mittlerweile als Wahrheit annehmen, weil wir mit ihr aufgewachsen sind. Unsere Wahrnehmung wird zur Realität, wenn wir die Perspektive nicht hinterfragen.

Könige und Maschinen

Zwei Weltanschauungen, prägen die letzten 2000 Jahre.

Welt als Artefakt

In der “Welt als Artefakt” Ideologie, glaubt man an einen “Schöpfer” der alles in Form von Dingen (Artefakten) kreiert. Ein Gott, der Gegenstände aus Ton formt und ihnen Leben einhaucht. Diese Sichtweise stammt aus der Zeit der großen Könige. Es gibt eine Obrigkeit, vor der man kniet, die herrscht und der man folgt und gehorcht, um in Sicherheit zu leben. Nach dem Ende (alle Dinge sind endlich), entscheidet der König wie es weitergeht. Christentum, Judentum und die meisten anderen großen Glaubensrichtungen folgen dieser Perspektive, die erstmals im Buch Genesis auftaucht. “Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.” Genesis 1,1

Welt als Maschine

“Welt als Maschine” beschreibt das Bestreben der Wissenschaft, die Welt zu verstehen und sie zu erklären. Im Werk Philosophiae Naturalis Principia Mathematica (lat. Mathematische Prinzipien der Naturphilosophie), erklärt Newton 1687 die klassische Mechanik. Ebenfalls im 17. Jahrhundert, schreibt der Philosoph Descartes: “Ich denke, deswegen bin ich.” (lat. Cogito, ergo sum). Ein philosophischer Grundsatz, der eine Art Trennung kreiert (Ich/Du). Jeder, der vielleicht auch nur mal kurz die Kraft der Achtsamkeit in Meditation, Flow, Liebe oder sonst irgendwie gespürt hat, würde wahrscheinlich eher sagen: “Wenn ich mal nicht denke, bin ich (mit allem verbunden)!

Ein Tanz wird zum Marsch

Je stärker die Maschinen werden, desto stärker wird das Gefühl der Trennung. Die Entstehung des Dampfmotors startet im 18. Jahrhundert industrielle Revolutionen. Plötzlich leben Menschen nicht mehr im Einklang mit der Natur, sondern nutzen die Natur für ihren eigenen Vorteil. Menschen leben nicht mehr im natürlichen Rhythmus der Sonne und des Mondes und der Jahreszeiten, sondern sie leben im Rhythmus der Fabrik, nach Schichten und Zeitplänen.

Der bösartige Schichtleiter 

Alles wird gemessen und bewertet, aus Magie wird Mechanik. Der Mensch inmitten der Maschinen, isoliert und unverbunden, macht sich nun auch selbst zum Objekt der Bewertung. Die strenge, innere Stimme spricht wie ein bösartiger Schichtleiter, nicht wie liebevolles Vertrauen. Das Gefühl der Unfähigkeit und Einsamkeit wird als Schwäche verstanden und hinter hohen Mauern versteckt. Diese Mauern sollen schützen, in Wahrheit mauern sie das Gefühl in uns ein. Den Umgang mit negativen Gefühlen, beherrschen die wenigsten. Niemand will darüber sprechen. Man will lieber scheinen, wie eine starke Maschine. 

“Social” Media

Technologie soll die heimliche Epidemie der Einsamkeit heilen. Soziale Medien und Pornoseiten, sind die am häufigsten besuchten Websites der Welt. Innerhalb von Sekunden ist man “verbunden”, “befreundet”, “befriedigt” oder auf einem Tinder “Date”. Der “quick fix” soll den Schmerz lindern. Wie bei jeder Droge tut es nachher aber mehr weh, als vorher. Die Suche nach Verbindung, versteckt das eigentliche Problem: Die tief verwurzelte und fest verkeilte Konditionierung, getrennt von allem zu sein.

Reinheit   

Das krampfhafte Streben nach Verbindung, ist der Antrieb aller Unnatürlichkeit. Wir wollen schneller, besser und reicher sein, um durch Erfolg und Ansehen, zum Gefühl der Zugehörigkeit zu gelangen, was uns so sehr fehlt. Ein Lösungsversuch, der das Problem noch schlimmer macht. Erst wenn man die Vergangenheit auflösen und durch die Illusion der Unverbundenheit hindurchschauen kann, ruht plötzlich alles in Reinheit. Es gibt keinen Grund mehr nach Verbindung zu suchen, denn sie ist allgegenwärtig. Deswegen ist sie auch so schwer zu erkennen. Wie ein Fisch, der nicht mehr weiß, dass er im Wasser ist, weil es ihn schon immer umgeben hat.

Die Welt ist in dir

Die Natur ist während unserer Reise für uns zum kostbarsten Mentor geworden, der sofort wahrhaftige Verbindung schenkt. Menschen essen Lebensmittel, die der Erde entspringen, trinken das Wasser aus den Flüssen und Wolken, bekommen Energie durch die Sonnenstrahlen, die sanft auf die Haut treffen und atmen den Sauerstoff, den die Bäume schenken. Wir würden nicht einmal ein paar Minuten überleben, ohne unsere Verbindung zu allem.

Reminder

Um wahrhaftig zu spüren, wie Du mit allem und jedem verbunden bist, geh hinaus in die Natur und vergiss für einen Augenblick die “Grenzen” deines Körpers. Such nicht nach einer Antwort, sondern hör zu wie eine Stimme zu dir spricht, die keine Worte benutzt. Es ist wahrscheinlich auch die Stimme, die unser Freund Ilai genau verstanden hat, als er sagte: “It’s all here. I’m not alone!”.

Du bist durch diese Welt geboren 

“We do not “come into” this world; we come out of it, as leaves from a tree. As the ocean “waves,”. Every individual is an expression of the whole realm of nature, a unique action of the total universe.” – Alan Watts

Retreat

Um dich noch tiefer in die Verbundenheit mit allem hinein zu entspannen, werde gerne ein Teil unseres COMING HOME Online Retreats. Trag dich einfach hier ein, um den Anmeldestart und alle weiteren Informationen am Sonntag 9.12.2019 nicht zu verpassen. Wir freuen uns auf dich!

Love always,

Matthew & Sarah-Lia 🙂

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WILD WEEKLY INSPO
Eine kleine Liste der Dinge die uns diese Woche berührt und inspiriert hat (Doku, Bücher, Zitate, Bilder, Songs, Gedanken, Atemtechniken, Meditationen, Yoga Flows uvm)